ETF-Steuerratgeber für die Schweiz

Hey, cool, dass du dich mit ETFs beschäftigst! Das ist eine super Sache, um entspannt für die Zukunft zu sparen.

Das Wort «Steuern» klingt für viele erstmal nach einem Albtraum, aber keine Sorge: In der Schweiz ist das für junge Anleger wie dich einfacher, als du denkst. Der wichtigste Fakt vorweg: Als Privatanleger in der Schweiz zahlst du auf deine Gewinne aus dem Verkauf von ETFs keine Steuern. Das heisst, wenn du einen ETF für 100 CHF kaufst und ihn für 120 CHF verkaufst, gehört der Gewinn von 20 CHF komplett dir. Das ist ein grosser Vorteil im Vergleich zu vielen anderen Ländern.

Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die du wissen musst, um am Ende wirklich das meiste aus deinen Investitionen herauszuholen.


Die 5 Steuer-Arten, die du kennen solltest

Für dich als ETF-Anleger in der Schweiz sind fünf Steuerarten wichtig. Das klingt nach viel, aber wir erklären sie ganz einfach.

  • Einkommenssteuer: Diese Steuer zahlst du auf die Zinsen und Dividenden, die dein ETF einbringt.
  • Vermögenssteuer: Dein ganzes Depot, also das Geld, das du in ETFs hast, zählt als dein Vermögen. Darauf wird die Vermögenssteuer fällig.
  • Verrechnungssteuer: Das ist eine Art Pfand von 35%, das du auf Erträge von Schweizer Firmen zahlst. Das Beste daran: Du kannst es dir zu 100% wieder zurückholen.
  • Ausländische Quellensteuer: Das ist eine Steuer, die andere Länder von Dividenden abziehen. Sie kann deine Rendite schmälern, lässt sich aber oft optimieren.
  • Stempelsteuer: Eine kleine Gebühr, die beim Kauf oder Verkauf von ETFs anfällt.

Dividendenbesteuerung: Was passiert mit den Gewinnen?

Stell dir vor, du bist Miteigentümer von grossen Firmen wie Nestlé oder Apple. Wenn diese Firmen Gewinne machen und einen Teil davon an die Aktionäre auszahlen, nennt man das Dividenden. Dein ETF sammelt diese Dividenden für dich ein.

Es gibt zwei Arten, wie ETFs mit diesen Gewinnen umgehen:

  • Ausschüttende ETFs: Sie zahlen die Dividenden regelmässig (z. B. einmal im Jahr) auf dein Konto aus. Das ist super, wenn du dir ein passives Einkommen aufbauen möchtest. Du musst diese Auszahlungen als Einkommen versteuern.
  • Thesaurierende ETFs: Diese sind besonders clever. Sie zahlen die Dividenden nicht aus, sondern stecken sie gleich wieder in neue Aktien. Das sorgt dafür, dass dein Geld durch den Zinseszinseffekt noch schneller wächst. Aber Achtung: Auch diese automatisch wieder angelegten Gewinne musst du als Einkommen versteuern.

Egal, für welche Art du dich entscheidest, die Steuerpflicht auf die Erträge bleibt bestehen.


Verrechnungssteuer: So holst du dir 35% zurück

Die Verrechnungssteuer ist eine der grössten Besonderheiten in der Schweiz und eine echt gute Sache für dich.

Wie funktioniert das?

  1. Dein ETF schüttet dir Dividenden von Schweizer Firmen aus, zum Beispiel 100 CHF.
  2. Deine Bank zieht davon automatisch 35 CHF ab und überweist sie an den Staat.
  3. Du bekommst also erstmal nur 65 CHF auf dein Konto.
  4. Der Clou: Wenn du in deiner Steuererklärung die vollen 100 CHF Dividenden angibst, bekommst du die 35 CHF komplett wieder zurück – entweder als Auszahlung oder sie werden von deinen fälligen Steuern abgezogen.

Das ist ein Riesenvorteil! Du musst nur daran denken, deine Erträge korrekt in der Steuererklärung anzugeben. Die Verrechnungssteuer kannst du dir übrigens nur zurückholen, wenn der ETF in der Schweiz domiziliert ist.


Ausländische Quellensteuer: Der unsichtbare Renditekiller

Wenn dein ETF in US- oder andere ausländische Firmen investiert, ziehen diese Länder eine Steuer ab. Das ist die sogenannte

Quellensteuer. Die Höhe dieser Steuer hängt vom Domizil deines ETFs ab. Das Domizil ist das Land, in dem der ETF registriert ist. Du erkennst es meistens an den ersten zwei Buchstaben der ISIN, das ist die Nummer deines ETFs.

Was ist das beste Domizil?

  • IE Irland: Für globale und US-ETFs ist das irische Domizil die beste Wahl. Dank einem Doppelbesteuerungsabkommen mit den USA werden auf US-Dividenden nur 15% Quellensteuer abgezogen, anstatt der üblichen 30%. Das ist ein riesiger Vorteil für dich, denn diese 15% sind ein permanenter Verlust, der über die Jahre ins Gewicht fällt.
  • CH Schweiz: Für ETFs, die nur in Schweizer Firmen investieren, ist ein Schweizer Domizil am besten. Nur so kann die Verrechnungssteuer von 35% auf Fondsebene zurückgeholt werden. Das macht diese ETFs deutlich performanter als ausländische Alternativen.
  • US USA: Finger weg von US-ETFs! Sie bergen eine grosse Falle, die US-Erbschaftssteuer. Wenn du ein Depot mit US-ETFs im Wert von über 60’000 US-Dollar hast, kann der US-Staat im Erbfall bis zu 40% als Erbschaftssteuer einziehen. Das wollen wir nicht.

Vermögens- und Stempelsteuer: Kleinvieh macht auch Mist

  • Vermögenssteuer: Ja, deine ETFs sind Teil deines Vermögens und müssen in der Steuererklärung angegeben werden. Der Wert deines Depots am 31. Dezember wird besteuert. Aber keine Panik, das ist meist nur relevant, wenn du schon ein grösseres Vermögen hast. Es gibt Freibeträge, die je nach Kanton unterschiedlich hoch ausfallen.
  • Stempelsteuer: Das ist eine kleine Gebühr, die anfällt, wenn du ETFs kaufst oder verkaufst. Für Schweizer ETFs sind es 0,075% und für ausländische 0,15% des Kauf- oder Verkaufspreises.

ETF und deine Steuererklärung: Kein Grund zur Panik!

Die Steuererklärung ist heute zum Glück einfacher als früher. Du musst nicht mehr alles von Hand ausrechnen. Die meisten kantonalen Online-Steuertools haben eine Suchfunktion.

So funktioniert’s:

  1. Öffne das Wertschriftenverzeichnis in deiner Steuererklärung.
  2. Gib einfach die ISIN-Nummer deines ETFs ein.
  3. Das System holt alle wichtigen Daten wie Kurs, Dividenden und Steuern automatisch ab.
  4. Das war’s! Du musst nichts weiter tun.

Einige Schweizer Broker bieten sogar einen sogenannten

eSteuerauszug an. Mit diesem kannst du deine Daten mit nur einem Klick direkt in die Steuererklärung importieren. Einfacher geht es nicht.


Fazit: So gehst du als Börsen-Starter vor

Steuern sind kein Hexenwerk, sondern nur ein paar Punkte, die man beachten muss.

Mach’s dir einfach:

  • Gewinne aus Kurssteigerungen sind steuerfrei. Cool, oder?
  • Wähle das richtige Domizil. Für dein globales Depot (z. B. MSCI World) nimmst du einen ETF aus Irland. Für Schweizer Aktien einen aus der Schweiz. Finger weg von US-ETFs!
  • Sichere dir die 35% Verrechnungssteuer. Gib deine Schweizer Dividenden immer korrekt an, um das Geld zurückzubekommen.
  • Nutze die Online-Tools. Das System macht die meiste Arbeit für dich. Ein guter Schweizer Broker mit eSteuerauszug ist Gold wert.

So behältst du am Ende mehr von deiner Rendite und kannst dich entspannt zurücklehnen, während dein Geld für dich arbeitet.


Wichtiger Hinweis:

Die in diesem Bericht enthaltenen Informationen dienen ausschliesslich zu allgemeinen Informationszwecken und stellen keine steuerliche Beratung dar. Die steuerlichen Auswirkungen können je nach persönlicher Situation und Kanton variieren. Es wird dringend empfohlen, sich bei spezifischen Fragen an eine Steuerfachperson oder die zuständige Steuerbehörde zu wenden.